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Unser NLP

In seinen Anfangszeiten zeichnete sich NLP durch eine ungestüme Frische und Wildheit aus, die zuweilen fast schon pubertär wirkte. Kein Wunder, denn einer der Begründer, Richard Bandler war damals gerade mal zwanzig, und auch John Grinder, der andere, war mit knapp dreißig noch nicht wirklich alt. Zudem bestand ihr anfängliches Bestreben darin, sich so unvoreingenommen und theoriefrei wie möglich ihren Vorbildern Milton Erickson, Virginia Satir und Fritz Perls zuzuwenden. Aus unserer Sicht stellt dies einen guten Ansatz dar, eine Methode zu entwickeln. Schwierig wird es jedoch dann, wenn anschließend versäumt wird, die erbrachten Ergebnisse theoretisch gut zu fundieren und zu untermauern. Und so findet sich innerhalb der NLP-Szene eine schillernde Mischung aus Ablehnung von "kopfiger" Theorie bei gleichzeitigem sich Brüsten mit wissenschaftlichen und pseudowissenschaftlichen Resultaten und Fakten, im Moment ist da besonders die Neurobiologie en vouge. Peinlich wird dies dann, wenn beispielsweise einem Artikel behauptet wird, dass mit der Entdeckung der Spiegelneuronen NLP "bewiesen" sei. Kritikern des NLP wird es so sehr leicht gemacht, und das ist schade. Denn auf der anderen Seite zieht NLP allmählich und fast im Verborgenen in immer mehr Bereiche ein, gerade auch in Bereiche, von deren Seite aus NLP oft heftig kritisiert wurde. Offiziell distanzieren sich viele Kassen-Psychotherapeuten von NLP, anonymisierte Umfragen ergaben jedoch, dass inoffiziell durchaus Methoden und Techniken des NLP in beträchtlichem Ausmaß angewandt werden.

Bei all diesen Schwierigkeiten sind wir nach wie vor vom praktischen Wert vieler NLP-Ansätze und -Methoden überzeugt. Wir glauben allerdings auch, dass dieser Wert noch enorm gesteigert werden kann, wenn die verschiedenen Bruchstücke an theoretischen Annahmen des NLP zu einem in sich schlüssigem Ganzen integriert werden. Und dazu wollen wir unseren Teil beitragen. Dazu nutzen wir die Perspektiven der wissenschaftlichen Psychologie, der Philosophie und Ethik sowie der Psycho-Neuro-Immunologie und Neurobiologie.

Unser NLP ist NLP mit Tiefgang und wir wollen fundiertes NLP anbieten. Uns geht es daher nicht darum, ein "ganz neues" NLP zu präsentieren oder "NLP der xten Generation". Denn ohne tragfähiges Fundament erscheinen uns solche marktschreierischen Angebote oberflächig und gewissermaßen wie von vornherein baufällige Anbauten.


In der Arbeit am Fundament beschäftigen wir uns u. a. mit folgenden Themen:

 

  • NLP und Ethik.

    Nur auf den ersten Blick scheint diese Kombination selbstverständlich und leicht von der Hand zu gehen. Der zentrale Begriff der Ethik, das "Gute" passt jedoch nicht so ohne weiteres mit einigen Annahmen des NLP und auch des Konstruktivismus zusammen. Erste Ansätze, NLP und Ethik dennoch miteinander zu versöhnen finden sich in dem Aufsatz XY (siehe "Publikationen").

  • Die Grundannahmen des NLP.

    Bandler und Grinder betonten zwar immer wieder ausdrücklich, dass die Grundannahmen nur nützliche Konstrukte darstellen, zumindest in der deutschsprachigen NLP-Szene werden sie jedoch häufig als mehr oder weniger "wahre" Aussagen gehandelt, wie Menschen wirklich "sind". Wir fragen uns daher, in welchen Situationen und Kontexten diese Annahmen tatsächlich nützlich sind und wo sich ihre Grenzen aufzeigen. So kann beispielsweise die Annahme "Hinter jedem Verhalten steckt eine positive Absicht" sehr versöhnend wirken und es mir ermöglichen, mich vom Verhalten eines anderen abzugrenzen und ihn gleichzeitig als vollwertige Person respektieren. Wird diese Annahme jedoch auf Krankheitssymptome angewandt und versucht, die Absichten eines Symptoms zu ermitteln (was manchmal durchaus sinnvoll sein kann, aber eben nur manchmal), kann es sehr kritisch, vor allem wenn dadurch Schuldgefühle bei Kranken erzeugt werden, die die Krankheit noch verschlimmern können. Siehe auch dazu Artikel in Emotion und Beziehung.

  • Beziehungsgestaltung.

    In oberflächigem NLP wird unter Rapport häufig das Spiegel bezeichnet, das Angleichen in Körpersprache, Tonfall usw. Wenn ich meinem Gesprächspartner jedoch nur gewissermaßen "den Spiegel vorhalte", kann er nur sich selbst darin erkennen und wir haben es im eigentlichen Sinn gar nicht mit einer Beziehung zu tun. Der große Kinderpsychologe Daniel Stern zeigte jedoch an seinen Beobachtungen der Interaktion von Eltern mit Kleinkindern, wie wichtig es ist, dass die Eltern ihre Eindrücke von ihrem Kind erste innerlich verarbeiten, sich also darauf einlassen, um dies dann wieder dem Kind zu vermitteln. Schlägt beispielsweise ein Baby mit einem Gegenstand auf den Boden, so spiegelt die Bezugsperson es in der Regel nicht dadurch, indem sie ebenfalls auf den Boden einschlägt, sondern indem sie dies mit ihrer Stimme begleitet. Dies nennen wir echten oder "Tiefen-Rapport".

    Ein weiterer Aspekt der Beziehungsgestaltung betrifft die Dynamik, die zwischen Gesprächspartnern wie beispielsweise zwischen Coach und Coachee abläuft. Dazu liegen im NLP noch kaum formulierte Konzepte vor, wie sie etwa die Psychoanalyse mit den Begriffen "Übertragung" und "Gegenübertragung" bereithält. Wir planen zusammen mit unserer Hamburger Kollegin Birgit Bader daher einen experimentellen Workshop für und mit anderen ExperteInnen, bei dem dieses Thema im Mittelpunkt steht.

  • Wirksamkeit.

    Nach wie vor ist die Wirksamkeit von NLP umstritten und von universitärer Seite wird zuweilen das Fehlen von Belegen und Studien bemängelt. Einerseits fehlt dem NLP im Forschungsbereich eine starke Lobby, und so werden immer wieder Anfragen und Anträge, ein wissenschaftliche Studie zu NLP durchführen zu wollen, von meist psychologischen Lehrstühlen abgelehnt. Zum anderen verhält sich die NLP-Szene in dieser Hinsicht auch eher passiv. Das kann sich nun ändern, denn der DVNLPt (in dessen Vorläuferorganisation DG-NLPt wir mehr als zehn Jahre Verbandsarbeit geleistet haben) startet gerade eine übergreifende Wirksamkeitsstudie zur Phobietechnik, an der wir uns auch beteiligen werden.







NLP Ausbildungen in Nürnberg – Salzburg – München. Haberzettl-Schinwald.




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